Heutzutage sind Informationen für die meisten Unternehmen von zentraler Bedeutung. Aber die Art und Weise, wie wir mit Daten umgehen, ändert sich drastisch. Wir stehen am Übergang von einer dokumentenbasierten zu einer datenzentrierten Welt.

Als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion beim TECHNIA PLM Forum am 12. Oktober sagte Bertrand Sicot, Senior Vice President von Dassault Systèmes, dass diese Entwicklung nicht nur den Umgang mit Daten erleichtern und beschleunigen, sondern unser Leben im Allgemeinen vereinfachen wird.

Das ist der große Unterschied

“Nehmen wir mal beispielsweise einen Boarding Pass für einen Flug. Zurzeit ist der typische Boarding Pass eine PDF-Datei, die Sie von der App Ihres Handys heruntergeladen haben. Aber wenn sich der Flugsteig Ihres Fluges ändert, werden Sie durch einen Blick auf Ihren Boarding Pass nichts davon mitkriegen, denn das Dokument ändert sich ja nicht. Wenn die gleiche Information datenzentriert verfügbar wäre, würde der Boarding Pass die Änderung entsprechend mitmachen. Das ist der große Unterschied“, erklärt Sicot, der den 3DS Value Solutions Channel Worldwide von Dassault Systèmes leitet.

Bertrand Sicot beim PLM Innovation Forum 2018

Bertrand Sicot, Dassault Systèmes’s Senior Vice President Image: Niklas Hildén

Ein datenzentriertes System macht aber nicht nur die Daten flexibler und ermöglicht es somit, die Änderung von Informationen unmittelbar nachzuverfolgen, so Sicot, es wird sich auch auf unsere Arbeitsweise auswirken. Und zwar massiv. “Verschiedene Nutzer haben einen unterschiedlichen Blickwinkel auf Daten. So wird der Zugriff auf die Gesamtdatenmenge durch das System demokratisiert, denn die Daten werden demjenigen, der sie benötigt, in der Weise zur Verfügung gestellt und dargestellt, wie er sie braucht. Dadurch werden Unternehmen weniger hierarchisch.”

In der Welt von morgen kommt es nur noch auf Daten an

Bei Dassault Systèmes wird diese Entwicklung als „After PLM“ bezeichnet. Sie führte zur Gründung der 3DEXPERIENCE Plattform. “In der Welt von morgen kommt es nur noch auf Daten an. Benutzer werden nach Erlebnissen suchen, nicht nach Software“. Sicot erklärt, die Datenzentriertheit erfordere ein Umdenken, wie wir grundsätzlich Daten betrachten. Die Nutzer müssen sich nicht mehr um die einer Information zugrundeliegenden Daten kümmern und auch nicht darum, wo sie sie finden können. „Wenn man sich die jüngeren Generationen anschaut, dann nutzen sie Daten bereits auf diese Weise.“

Die Revolution ist schon im Gange

Die Google Suite ist da ein gutes Beispiel. Die Revolution ist bereits im Gange und es zeigt wirklich, wie diese Nutzer immer verbunden sind und jederzeit sofortigen Zugriff erwarten. Das ist anders als alles, was wir bisher kannten. Firmen werden dadurch gezwungenermaßen völlig neue Wege gehen müssen.”

“Im Grunde geht es hier nur um eine übersichtliche Darstellung von Daten in Dashboards,“ sagt Sicot. Bezüglich der Cyber-Sicherheit wird das datenzentrierte Informationsmanagement auch dazu beitragen, wertvolle Daten besser zu schützen. Denn die letztendliche Verantwortung liegt so in den Händen von IT-Profis, die die cloudbasierten Datenbanken verwalten und nicht beim einzelnen User, der wahrscheinlich bei einem Virus oder einem Hackerangriff verwundbarer ist. “Die heutige Praxis ist im Vergleich nicht sicher.”

Text: Johan Rapp, EdWork