Mechanische Interfaces- schnellere Positionierung von Teilen

3DEXPERIENCE Schulung Und Kurse Software

Bei der Konstruktion von Teilen, die zusammengefügt werden sollen, gibt es eine übliche Vorgehensweise, wie sie in den Schulungsunterlagen für CATIA V5 und 3DEXPERIENCE allgemein empfohlen wird:

  1. Erstellen Sie die Geometrie für jedes Teil in der Baugruppe.
  2. Setzen Sie Teile in ein Produkt ein, um sie zu positionieren.
  3. Verwenden Sie Baugruppenbedingungen, um alle Teile korrekt zu positionieren. Benutzen Sie dazu jede beliebige Geometrie, die Ihnen das richtige Ergebnis liefert.

Alles schön und gut, und in der idealen Welt, in der es keinen Bauteilwechsel und nur eine geringe Anzahl von Teilen in einer Baugruppe gibt, klappt das auch. In der realen Welt kommen jedoch oft die folgenden Schritte hinzu…

  1. Offene Baugruppe – zu einem späteren Zeitpunkt
  2. Sie erfahren, dass die Geometrie eines der Teile aktualisiert wurde.
  3. Sie stellen mit Bestürzung fest, dass alle Baugruppenbedingungen dadurch verletzt wurden.
  4. Sie versuchen, die Baugruppenbedingungen für alle 78 Muttern, Schrauben und Unterlegscheiben zu korrigieren, die nun nicht mehr richtig positioniert sind.
  5. Sie geben auf, löschen die Baugruppenbedingungen, positionieren die Teile manuell und fixieren Sie im Raum.

So etwas haben wir alle schon einmal erlebt, und auch wenn ich immer dafür plädiere, die Dinge in CATIA „richtig“ zu machen, kann ich die Frustrationen durchaus verstehen. Aber mit der Einführung der Version 2018x gibt es eine bessere Lösung. Dahinter steckt folgende Idee: Wenn Sie ein Teil entwerfen, werden Sie wahrscheinlich meistens wissen, wie dieses Teil mit den Teilen zusammenpassen wird, mit denen es montiert wird. Es gibt ein Loch für die Schrauben, eine Nut für die O-Ringe, eine Fläche, gegen die Sie drücken können usw. …

…Warum sollte man also nicht an dieser Stelle festlegen, welche Art von Schnittstelle dort hingehört?

Mit dem Werkzeug „Mechanical Interfaces“ in Part Design können Sie Ihre Schnittstellen im Vorfeld definieren. Und die Montage gestaltet sich dann später ganz einfach:

Vielleicht haben Sie noch nicht verstanden, warum diese Vorgehensweise so sinnvoll ist; aber überlegen Sie, was passiert, wenn ein Teil geändert wird.  Bei normalen Baugruppenbedingungen weiß die Person, die ein Teil ändert, gar nicht, ob sie Baugruppenbedingungen verletzt und in Baugruppen positioniert, die sie vielleicht gar nicht geöffnet hat, was dann in der Weiterbearbeitung zu Problemen führt.  Mit dem Werkzeug „Mechanical Interfaces“ ist dem Mitarbeiter, der das Teil modifiziert, sofort klar, dass er es korrigieren muss. Und er muss es dann eben nur einmal korrigieren statt in jeder Bauteilinstanz.

Sie merken – diese Art der Positionierung spart viel Zeit, insbesondere für Normteile, die Sie in großer Stückzahl verwenden.

Wenn Sie weitere Demonstrationen der Funktionalität oder Hilfe bei der Schulung benötigen oder einfach nur das Gefühl haben, dass wir Ihre CAD-Prozesse optimieren sollen, nehmen Sie einfach Kontakt auf.

Peter Kermack
Technischer Spezialist