Die großen Chancen der Digital Collaboration

3DEXPERIENCE PLM TRENDS
Seit 2011 lädt der

Seit 2011 lädt der "Westfälische Bezirksverein e.V. des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI)" gemeinsam mit dem "Innovationswerk In|Die RegionRuhr der Wirtschaftsförderung Dortmund" und der Fachhochschule Dortmund auf deren Campus einmal jährlich zu einer Vortragsveranstaltung zu aktuellen und zukunftsweisenden Themen für den Maschinenbau ein.

In diesem Jahr war Anfang Mai zum vierten Mal TECHNIA als Lösungsanbieter dabei. Der hatte zu dem Thema des Nachmittags, der Digital Collaboration, auch einiges beizutragen, denn die Entwicklungsplattform 3DEXPERIENCE bietet für diese moderne Form der Zusammenarbeit zahlreiche Möglichkeiten. Dass das auch in der Praxis funktioniert, stellte dabei die Synergy Thermal Management GmbH dar. Rund 60 Teilnehmer nahmen diese Inputs interessiert auf.

Ziel der Veranstaltung:

„Die Veranstaltung hat zum Ziel, die Möglichkeiten der Digitaltechnik einem breiten Publikum darzulegen. Dazu haben wir einen Dreisprung aus Hochschule, IT-Wirtschaft und Anwendern installiert. Auf diese Weise erhalten die Teilnehmer zunächst eine wissenschaftliche Einführung in das Thema, bekommen anschließend mögliche Technologien dazu vorgestellt und erfahren abschließend an einem Beispiel, wie eine praktische Umsetzung aussieht“, erklärte Professor Thomas Straßmann, Dekan des Fachbereichs Maschinenbau an der FH Dortmund und Vorstandsmitglied des VDI, Bezirksverein Westfalen, das Konzept. „Natürlich geht es bei der Veranstaltung um Informationen aus erster Hand. Wir haben aber auch festgestellt, dass der Bedarf an fachlichem und partnerschaftlichem Austausch groß ist, darum haben wir auch viel Raum zum Netzwerken eingeplant“, ergänzte Sebastian Nolte, Sales Manager bei TECHNIA. So standen die Vortragenden in einem Speakers Corner stets für Nachfragen oder auch Vertiefungen von Aspekten zur Verfügung, die im Plenum entweder keinen Platz fanden oder aus individuellen Gründen in einem persönlichen Gespräch besser zu erörtern waren.

In diesem Sinne ging es auch gleich rein ins Thema mit Prof. Straßmann, der in seinem Impulsvortrag die wissenschaftliche Einführung lieferte, indem er die unterschiedlichen Gesichtspunkte der vernetzten Zusammenarbeit beleuchtete. Dabei ging er insbesondere auf die Cloud-Technologie ein und legte dar, dass es heute mit ausgesprochen performanten Systemen nun eben die Infrastrukturen für den Austausch auch von sehr großen Datenmengen gibt.

Im Anschluss stellte zunächst Dr. Frank Bremer, Lehrbeauftragter an der FH Dortmund, die Plattform InnoSentriS vor. Das neue Förderprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung richtet sich an mittelständische Unternehmen, für welche die Geschäftsmodelle und Technologien des Digitalen Zwillings eine Option für die Zukunft sind. Passend dazu präsentierte Dassault Systèmes seine Plattform 3DEXPERIENCE on Cloud. Mit dieser Technologie kann die digitale Zusammenarbeit reibungslos über die gesamte Wertschöpfungskette organisiert werden, indem Mitarbeiter aus den verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens mit Zulieferern sowie Kunden vernetzt werden können. „Entscheidend ist dabei, dass alle Beteiligten auf die gleichen Daten zugreifen können. Dazu sind auf der Plattform nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Lösungen miteinander vernetzt. So entsteht eine Single Source of Truth, die auch für eine maximale Transparenz sorgt“, führte Nolte aus.

Digitale Zusammenarbeit in der Realität:

Soweit die Theorie. Doch dass das keine rein akademischen Ansätze sind, dass eine digitale Zusammenarbeit in der Realität unbestreitbare Vorteile mit sich bringt, wurde im folgenden Vortrag von Marc Graaf sehr klar. Er ist Inhaber der Synergy Thermal Management GmbH, hat über 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Wärmepumpen und automobilen Klimaanlagen und sich mit seinem Unternehmen nun auf Lösungen für Elektromobile spezialisiert. Ein ebenso umfangreicher wie technologisch anspruchsvoller Bereich, das Unternehmen deckt den Prozess von der Definition der Systemanforderungen bis zur Validierung ab. „In der analogen Zusammenarbeit wurden dabei die notwendigen Daten jedes Mal vom OEM zu SynErgy eigens transferiert, bei uns verarbeitet und wieder zurückübertragen. Weil dabei stets verantwortliche Personen aus mehreren Bereichen beteiligt waren, war es teilweise problematisch die erforderlichen Daten vollständig und rechtzeitig zu erhalten. Wurden Informationen über Änderungen im Prozess nicht zeitnah kommuniziert, kam es zu Fehlern und damit Verzögerungen in der Entwicklung“, blickte Graaf in die Vergangenheit. Mit der Digital Collaboration arbeiten nun OEM und SynErgy stets mit den gleichen Datensätzen. Mit dem Modellierungs- und Simulationstool Dymola (Dynamic Modeling Laboratory) werden die Daten direkt aus den CATIA-Modellen übernommen. Ändert sich dort also ein Parameter ist er unmittelbar in der Simulation verfügbar. Auf diese Weise werden Entwicklungsverzögerungen durch Kommunikationsprobleme eliminiert.

Schlussgedanken:

Die Vorteile liegen also auf der Hand, dennoch sind sie noch nicht flächendeckend in der Maschinenbau-Branche angekommen. „Viele Unternehmen verspüren noch nicht den nötigen Handlungsdruck“, sagt Straßmann. „Zudem ist die Umstellung auf eine digitale Zusammenarbeit auch mit einem Change Management verbunden, Prozesse müssen dafür überarbeitet oder neu aufgesetzt werden und die Mitarbeiter müssen für diesen Ansatz auch gewonnen werden. Davor schrecken einige auch zurück.“ Dennoch sieht er ein ausgesprochen großes Potenzial, denn die Digitalisierung lässt sich schließlich nicht aufhalten. Die Interaktion der Beteiligten muss dabei von den Unternehmen jedoch aktiv vorangetrieben werden.

Das wurde auch so manchem Teilnehmer auf der Veranstaltung bewusst, der einige spannende Anregungen und Impulse in seine Abteilung mitnehmen konnte. Für nächstes Jahr ist schon die nächste Veranstaltung geplant. Das Thema am 14.05.2019 wird dann der „Digital Twin“ sein. „Vielleicht haben wir bis dahin schon mit einigen Besuchern von heute weitere Gespräche geführt“, meinte Nolte, der in den Gesprächen zwischen den Vorträgen durchaus ein großes Interesse am Thema ausmachte.

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